InfoReisebericht, 13.08.2003

Gaspedal und Gerstensaft im Gelenkbus

Gaspedal und Gerstensaft im GelenkbusNach Brügge ging es für uns diesmal mit dem schwatzgelb.de Bus. Tomek, Michael und ich starteten ab Essen. 14:30 sollte es losgehen und am Treffpunkt versammelten sich noch einige weitere bekannte Gesichter.

Der Bus kam dann natürlich nicht ganz pünktlich in Essen an und war zusätzlich noch um 8 Plätze zu klein, was dazu führte, dass 8 Leute (inkl. Michael, der anscheinend Angst vor einer Fahrt im Bus mit uns bekommen hatte) in zwei schnell organisierten Autos dem Bus hinterher fahren mussten (Geile Sache mit 80 km/h hinter so einem Bus zu kleben). Henning, Simon, Jockel, McStay, Eike, Sören und Robin erwarteten Tomek und mich dann schon im hinteren Teil des Busses. Der Bus war ordentlich, allerdings als Gelenkbus wohl zur Höchstgeschwindigkeit 80 km/h verdammt. Na ja, 400 km / 80 km/h, das sollte ja knapp zu schaffen sein bis zum Spielbeginn.

Schleppende Anreise mit Schildkröten

Am Deutsch-Niederländischen Grenzübergang wurde unsere rasante Fahrt dann durch eine (unfreiwillige) Pause unterbrochen. Der Bundesgrenzschutz hatte sich vorgenommen Stichprobenkontrollen durchzuführen. Sehr wichtig und bei uns im Bus eher uneffektiv. Niemand wurde verhaftet und es ging nach wenigen Minuten weiter.

Nach zwei weiteren kurzen Stopps - beim zweiten inklusive Treffen des Bulldogs-Busses (Gruß auch an Dirk aus Dortmund), der uns trotz eines 60-minütigen Aufenthalts beim BGS locker wieder eingeholt hatte - erreichten wir, langsam etwas nervös auf die Uhr schauend, gegen 19:30 das Ende des Stadionanreisestaus. Hinten im Bus stieg die Stimmung unterdessen weiter an. Eine von mir hier nicht näher genannte Person sorgte für eine Mischung aus blankem Entsetzen und ungläubigem Staunen („Eins zu Null für Hessen“). Wie kann man sich nur mit Bier eigentlich so abschädeln?!

"Eins zu Null für Hessen"45 Minuten später, also Just-In-Time, konnten wir dann auf dem extra für die Dortmunder Busse und PKWs eingerichteten Parkplatz den Bus verlassen und uns durch die (souverän durchgeführten) Kontrollen ins Stadion bewegen.

Jan-Breydel-Stadion

Im Block hatten sich an die 1000 Dortmunder eingefunden und es entwickelte sich ein sehr ordentlicher Support, begünstigt durch anscheinend relativ wenige Fußballtouristen und dem Standpunkt direkt unter dem Stadiondach. Auch von Brügger Seite war die Stimmung ansprechend. Insbesondere bemerkenswert, dass die gesamte Gegengrade das Spiel fast durchgehend im Stehen verfolgte und sich auch immer wieder lautstark am Gesang beteiligte. Wirklich nicht schlecht für ein Heimspiel.

Das Spiel sollen andere beurteilen. Das 2:0 drückte die Stimmung zunächst schon gewaltig, aber die Dortmunder Fans versuchten der Mannschaft nach der Pause neuen Mut einzuflößen („Wir drehen das Ding“). Das 1:2 wurde dann auch gebührend gefeiert, danach schien unser Team leider mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Ein interessantes Rückspiel sollte es ja wohl nun auf jeden Fall geben.

Nach dem Spiel verabschiedete sich die Mannschaft nur mit einem kurzen Winken in den Block, ein Welle hätte ich nach dem Spiel und dem Ergebnis allerdings auch für unpassend gehalten.

Das Jan-Breydel-Stadion in BrüggeErstaunlicher Weise wurde von einer Blocksperre abgesehen (Andererseits wo sollten wir auch hin, der einzige Weg aus dem Stadion führte ja schnurstracks zum abgesperrten Gästeparkplatz, Brüggefans aus nächster Nähe bekamen wir (zum Glück?) nicht zu sehen). Nichts desto trotz blieben wir noch ein wenig im Block stehen. Ein Highlight sicherlich dabei die Würdigung des gemütlich auslaufenden Otto Addos: „Ohne T und ohne D, OO AO“. Herrlich, auf was für Ideen man während eines Trainingslagers so kommen kann. Nachdem ich dann Henning endlich überreden konnte das Stadion zu verlassen, trollten wir uns zu den Bussen.

Nachspielzeit

Im schönen Hinterteil des Busses machten wir uns dann daran die Bierreserven des Kutschers zu vernichten und mit einigen netten Liedern die Schlafmützen im Vorderteil zu unterhalten („Alles außer hinten ist vorne“). Danke an Jockel, der uns unermüdlich einen neuen Liedtext beigebracht hat. „Erste Runde Istanbul, ...“. Biernachschub gab es beim Halt an einer holländischen Tanke leider (oder doch glücklicherweise) nicht. Tomek, McStay und Jockel entschlossen sich daraufhin ein wenig zu schlafen und wurden prompt von uns mit Sonnencreme eingecremt. Sehr lustig.

Ein besonderer Dank auch an den Busfahrer, der uns um 4:10 am Dortmunder Hauptbahnhof rausgelassen hat, so dass ich mit dem ersten Zug direkt weiter nach Münster düsen konnte. 5:45 konnte ich mich dann endlich ins Bett hauen.

Fazit: Lustige Fahrt, nettes Stadion, geile Stimmung, super Leute, bescheidenes Spiel. Aber man kann ja nicht immer gewinnen.

Zu guter Letzt noch Grüße und gute Besserung an den leider (?) verhinderten Bernhard. Nicht auszumalen wie diese Fahrt mit ihm so verlaufen wäre.

Geschrieben von Harald

(Anmerkung: dieser Bericht ist eine erweiterte Insiderversion des Berichtes den ich für die TU geschrieben habe (www.the-unity.de)