InfoReisebericht, 19.02.2003

Madrid 2003 – Ein Reisebericht

Das Restaurant Casa Alberto in MadridEin kleiner Rückblick in das Jahr 2003. Der Ballspielverein sollte nach 1998 erneut bei den Königlichen aus Madrid antreten. Nach der Auslosung stand es sofort fest, dass wir nach Madrid fliegen wollten, um die Mannschaft zu unterstützen. Zumal mit den inzwischen in NRW angesiedelten Billigfluglinien das ganze auch nicht so teuer zu werden versprach. Allerdings bereits einen Tag nach der Auslosung, als die genaue Gruppengröße feststand, waren alle günstigen Plätze ausgebucht und ein Flug sollte um die 350 € kosten. Wie wir später herausfanden waren die Preise explodiert, weil das vereinseigene Reisebüro vom BVB alle billigen Plätze sofort geblockt hatte. Dafür ein großes Danke an unseren Verein. Also drohte das ganze ins Wasser zu fallen, bis die Möglichkeit über Brüssel zu fliegen im Internet gefunden wurde und wir so doch noch günstige Flüge für einen Kurzaufenthalt fanden. Als Mitflieger standen dann fest: Bernhard, Christian, Christoph und ich (alle Gänsemarktfraktion).

Die Anreise

Am Dienstag morgen um sechs Uhr ging es mit der üblichen Verspätung (Dank an die Badenutte Teil 1) los. Alles lief problem- und alkohollos (abgesehen vom Restalkohol) gut an bis wir den Autobahnring von Brüssel erreichten und in einen fetten Stau kamen. Dadurch wurde es natürlich beim Einchecken wie üblich etwas knapp. Zumindest mussten wir uns so beeilen, dass der Besuch des Duty-Free Bereichs am Flughafen ausfiel. War sowieso alles relativ teuer. Mit uns flogen noch zwei andere BVB-Fangruppen und ein ganzer Haufen an Schlipsträger, die etwas verstört beobachteten, wie man zum Frühstück erst einmal eine Runde Chips und mehrere Runden Bier zu sich nehmen kann. Nach der Landung in Madrid haben wir sofort ein Taxi geentert und uns zum Hotel fahren lassen. Sollte angeblich recht günstig sein, was aber natürlich nicht stimmte. Am Hotel angekommen erhielten wir die Nachricht, dass die Doppelzimmer irgendwie anders benötigt würden, wir aber für weniger Kohle ein Vierer-Zimmer haben könnte. So konnten wir die Taximehrausgaben also locker wieder einspielen und hatten noch etwas Luft zum Erwerb von lokalen Getränkespezialitäten.

Die Bar Bodegas Melibea in MadridDer erste Tag

Bernhard war als Scout und Führer für den ersten Tag ausgerufen worden. Sein Vorschlag war, dass wir die Route 2 seines Reiseführers ablaufen sollten. Thema: Tapas (leckere Vorspeisen und Häppchen) und Bars. Dieser Vorschlag wurde natürlich begeistert und einstimmig angenommen. Wir machten uns auf den Weg und nachdem wir uns an den Schnee und die Kälte vor Ort gewöhnt hatten fanden wir auch recht schnell die erste Möglichkeit etwas zu essen und zu trinken. Bald dann die zweite und so ging es weiter.

Die Stimmung wurde immer besser, die ersten Lieder wurden angestimmt und etwas von der Stadt sahen wir auch. Was weiß ich aber nicht mehr so genau. Schließlich fielen wir in einen Irish Pub ein, da wir auch mal Durst auf einen Whiskey hatten. Eine gute Idee. Nach dem ersten Guinness wurden wir in ein Gespräch mit zwei Amis verwickelt, die wie sich später herausstellte ein Bezirksbürgermeister und der Verwaltungschef von Miami / USA waren. Ab dann hieß es für uns in den nächsten fünf Stunden: „Wir trinken für den Weltfrieden und saufen Miami pleite.“ Denn schließlich waren wir von der Stadt Miami ab dann eingeladen. Irgendwann, ca. 6 bis 7 Guinness und eine fette Zigarre später, waren wir so erledigt, dass wir von dem Vorhaben aus Gesundheitsgründen Abstand nahmen und weiter zogen. Kurz noch den MC Doof aufgesucht, wo wir mit Begeisterung feststellten, dass es in Spanien noch den richtigen Royal mit Käse gibt um danach eine letzte Bar zum Abschussbier zu betreten.

Der Spieltag

Am Spieltag wurden wir um halb neun morgens durch ein Klopfen an der Tür geweckt. Unsere Freundin Iciar, die das Hotel für uns gebucht hatte, wollte sich erkundigen, ob alles gut laufen würde. Für diese super lustige Idee L möchte ich mich hier noch einmal ausdrücklich bedanken. Ich hasse es übrigens früh geweckt zu werden, wenn der Körper noch mit dem Restalkohol beschäftigt ist. Danke Itzi. ;-) Da wir also wach waren, wollten wir auch langsam uns für den Spieltag anziehen und fein machen. Bernhard durfte als erster die Dusche benutzen, was er so ausgiebig machte, dass alle anderen hinterher kein warmes Wasser mehr hatten. (Dank an die Badenutte Teil 2) Wir zogen ein bisschen durch Madrid, haben ein ordentliches Frühstück zu uns genommen und dann unsere Stammbar aufgesucht um dort den frühen Nachmittag zu verbringen.

Das Estadio Santiago Bernabéu in MadridEinige Tapas, Biere und Schnäpse (die hören erst auf einzuschenken, wenn man Stopp sagt) später zogen wir dann über den Königspalast zur Plaza del Sol weiter, weil wir dort noch mehr BVB-Fans treffen wollten. Hat aber nicht so ganz geklappt, weil dort hauptsächlich Edelfans und eher supportunwillige BVB-Reisegruppen anzutreffen waren. Also fuhren wir mit der U-Bahn zum Stadion, wo wir in einem Lokal direkt vor unserer Tribüne ein letztes Bier vor dem Spiel trinken wollten. Der Gang zum Klo führte bei mir zum Verlust meines Handys an einen ziemlich guten spanischen Taschendieb, was aber nach sofortiger Sperrung der Karte hoffentlich zu verschmerzen sein wird.

Im Stadion

Dann ging es endlich zum Wesentlichen, auf die Tribüne, die schon gut besetzt war und die Mannschaft wurde supportet, bis die Kehle heiser war. Der gesamte obere Block von unserer Tribüne gab alles und animiert auch viele der unter uns sitzenden „Bestreisenden“ mitzumachen. Das Spiel entwickelte sich auch prächtig. Koller mit dem 1-0 und alle Türen zum Viertelfinale standen weit offen. Im Stadion war nur der Dortmunder Block zu hören. Das Ende vom Spiel dürfte ja jedem bekannt sein. Die unglückliche Spielentwicklung hinderte uns aber nicht daran, alles für die Mannschaft zu geben. Übel aufgestoßen ist uns nur nach Spielende, dass die Mannschaft es mal wieder nicht nötig hatte, sich bei den eigenen Fans zu bedanken. Noch enttäuschender war der Support der Madrilenen. Der fand nämlich gar nicht statt. Nach der üblichen Warterei auf das Öffnen der Tore ging es zurück zum Hotel, wobei wir uns auf dem Weg noch ein, zwei Bierchen gönnten.

Fazit

Madrid ist klasse, bei gutem Wetter sicher noch besser, die Taschendiebe sind ziemlich gut, die spanische Küche ist super, der Support war klasse, Borussia wird auf jeden Fall das Viertelfinale erreichen und auf unserer Mailand-Tour werden wir wieder alles geben.

Fußball ist das Spiel und Borussia seine Seele.

Geschrieben von Tomek